Edelstahlschornstein: der Kondensatablauf

05.07.2018 19:05

Edelstahlschornstein Längenelement

Ein ganz wichtiges Bauteil ist der Kondensatablauf. Durch ihn wird anfallendes Kondensat entsorgt. Was man sonst noch alles über diesen Bauteil wissen sollte, erfahren Sie in unserem Beitrag.

Die Funktion des Kondensatablaufs

Anfallendes Kondensat war der Sargnagel vieler traditionell gemauerter Schornsteine - Schornstein-Versottung hat im Laufe der Jahre viele gemauerte Schornsteine buchstäblich zerstört und unbenutzbar gemacht.

Bei einem Edelstahlschornstein kann das nicht mehr passieren - Edelstahlschornsteine sind komplett säurefest und daher von Kondensat nicht mehr angreifbar.

Wenn Kondensat anfällt, muss es dennoch entsorgt werden - würde es dauerhaft im Edelstahlschornstein verbleiben, wäre auf lange Sicht auch beim säurefesten Schornstein irgendwann einmal die Funktion beeinträchtigt.

Des weiteren kann sich, wenn die Schornsteinmündung nicht ausreichend vor Niederschlägen geschützt ist, auch Niederschlagswasser im Schornstein ansammeln - bis diese Wassermenge getrocknet und nach außen befördert ist, dauert es eine geraume Zeit. Auch dadurch kann die anfallende Kondensatmenge erhöht werden.

Das Abdecken der Schornsteinmündung ist aus diesem Grund also immer empfehlenswert - dafür gibt es spezielle Aufsätze, die auf allen Edelstahlschornsteinen eingesetzt werden können.

Feuchte und trockene Betriebsweise von Edelstahlschornsteinen

In der Praxis unterscheidet man bei Edelstahlschornsteinen zwischen einer sogenannten TROCKENEN BETRIEBSWEISE und einer FEUCHTEN BETRIEBSWEISE.

Bei Feuerungsanlagen, die hohe Betriebstemperaturen haben, wird der Edelstahlschornstein TROCKEN betrieben. Die Abgastemperaturen reichen aus, das Abkühlen der Abgase unter den Taupunkt zu verhindern und den gesamten Wasserdampf völlig nach draußen zu befördern.

Anders sieht das bei Feuerstätten mit recht niedriger Abgastemperatur aus (etwa Brennwertkessel oder Pelletöfen). Hier müssen immer feuchteunempfindliche Materialien eingesetzt werden.

Kondensat kann dessen ungeachtet allerdings auch fallweise bei trockener Betriebsweise anfallen - auf einen Kondensatablauf kann man auch in diesem Fall nicht verzichten.

Verschiedene Arten von Kondensatabläufen

Bei der Bodenmontage befindet sich der Kondensatablauf in der Regel direkt über der Grundplatte und ist seitlich am ersten Element angebracht.

Ein solches Element (Grundplatte für Bodenbefestigung und Grundelement) finden Sie beispielsweise hier:

https://heimwerkerheld.de/Edelstahlschornstein-Grundplatte-mit-Kondensatablauf-seitlich

Wichtig ist dabei, dass diese Element immer UNTERHALB des Rauchrohranschlusses montiert sind. Dadurch tropft Kondensat immer bis zum untersten Ende des Edelstahlschornsteins, wo es dann gesammelt und abgeleitet wird.

In manchen Fällen, wie bei unserem Schornstein-Bausatz Silverfire (https://heimwerkerheld.de/Schornstein-Bausatz-Silverfire-Basic), kann sich im gleichen Element auch eine Reinigungsöffnung befinden.

Bei einigen Schornsteinmodellen anderer Hersteller kann sich bei Edelstahlschornsteinen, die ausschließlich für die Wandmontage gedacht sind, der Kondensatablauf auch an der UNTERSEITE des ersten Schornsteinelements befinden.

Wird ein Edelstahlschornstein zur Sanierung eines gemauerten Kamins eingesetzt, werden oft auch Kondensat-Auffangschalen mit angeschlossenem Ablauf verwendet.

Das sieht dann so aus: https://heimwerkerheld.de/Kaminsanierung-Kondensatschale-mit-Ablauf

Was passiert eigentlich mit dem Kondensat?

Anfallendes Kondensat aus dem Schornstein kann ganz einfach über die Abwasserleitungen entsorgt werden. Die anfallende Menge ist dabei so gering, dass bei Vermischung mit Abwasser keinerlei Probleme entstehen. Man kann das gesammelte Kondensat also ganz einfach in den häuslichen Abwasseranschluss leiten oder über Toilette oder Waschbecken entsorgen.

Eine Ausnahme gibt es für Gas-Brennwertkessel: Hier müssen bei separater Entsorgung besondere Neutralisierungsmaßnahmen durchgeführt werden, wenn der Kessel eine Leistung von mehr als 25 kW erbringt. Das Kondensat, das bei Gas-Brennwertheizungen anfällt, enthält einige gefährliche Stoffe, die in größerer Menge problematisch werden können. Eine Vermischung mit dem Abwasser ist dann aber auch bei Anlagen über 25 kW noch ohne Neutralisierung möglich.

Lediglich bei Anlagen, die eine Leistung von mehr als 200 kW erbringen, müssen die giftigen Stoffe im Kondensat immer neutralisiert werden. Das ist in der Regel aber immer nur bei sehr großen Gebäuden ein Thema. Beim Einfamilienhaus bleibt man davon weitgehend unberührt.


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