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Kaminöfen sind in den letzten Jahren wieder deutlich weiter verbreitet - was früher vielerorts die einzige Möglichkeit für eine Heizung war, wird heute zur beliebten Zusatzheizung in vielen Wohnräumen. Dementsprechend vielfältig ist die Auswahl an Kaminöfen. Was ebenfalls zum Kaminofen gehört, ist das Ofenrohr. Über dieses oft nicht viel beachtete Teil gibt es einiges, das man wissen sollte. Die wichtigsten Dinge haben wir hier in diesem Beitrag einmal für Sie zusammengestellt.
Das Ofenrohr (auch Rauchrohr genannt) stellt das Verbindungsstück zwischen dem Kaminofen und dem Schornstein dar. Es leitet die Abgase aus dem Kaminofen in den Schornstein. Bei außen liegenden Edelstahlschornsteinen hat ein Ofenrohr auch zusätzlich noch einen sogenannten Wanddurchgang.
Ofenrohre können grundsätzlich entweder Rohre oder Formstücke sein. Die vorhandenen Formen sind dabei genormt. Die Materialien, die für Ofenrohre heute Verwendung finden, sind überwiegend verzinktes Stahlblech oder rostfreier Stahl. Rauchrohre werden immer mit einem besonderen, hitzebeständigen Lack überzogen.
In früheren Zeiten waren Ofenrohre häufig emailliert. Wer noch so ein „Museumsstück“ irgendwo findet, darf das leider aber heute nicht mehr verwenden.
Genormt sind bei einem Ofenrohr immer
Verwendet werden dürfen (seit 2007) nur noch Ofenrohre, die nach der DIN EN 1856-2 geprüft wurden, und damit über eine CE-Kennzeichnung verfügen. Rohre ohne Kennzeichnung darf man nicht an den Kaminofen anschließen. Die Norm fordert eine strenge Prüfung sowohl der Gasdichtheit als auch die Rußbrandbeständigkeit von Rohren und Formteilen. Die DIN 1298 gibt in Verbindung dazu übrigens die zulässigen Norm-Maße von Rohren an.
Wer sich die Norm genauer ansieht, wird feststellen, dass im Zuge der Prüfung auch sogenannte „Mindestabstände zu brennbaren Bauteilen“ ermittelt werden. Diese Abstände werden zwar ermittelt, sind für die Praxis aber nicht gültig und dürfen nicht als Richtlinie für den Einbau gelten! Die in Deutschland in jedem Bundesland geltende FeuVO (Feuerverordnung) sieht eigene Mindestabstände vor, und als Landesgesetz ist sie die allein geltende Vorschrift!
Zudem werden diese Abstände oft mit einem vereinfachten Berechnungsverfahren vom Hersteller ermittelt (3facher Nenndurchmesser, mindestens 375 mm) Dass dann Oberflächentemperaturen von maximal 85 °C bei in diesem Abstand liegenden brennbaren Bauteilen auftreten, kann der Hersteller nach eigenem Ermessen beurteilen. So ermittelte Werte (auf der Herstellererklärung mit „NM“ gekennzeichnet) sind also auch nicht wirklich zuverlässig. Wurde vom Hersteller gemessen, steht ein „M“ hinter der Mindestabstandsangabe - für die Praxis (beim Ofenrohr Einbau) ist sie aber immer noch irrelevant.
Wie der Schornstein, so muss auch das Ofenrohr richtig bemessen sein. Die Materialstärke richtet sich nach der Rauchgastemperatur, die dier Ofen erzeugt und auch nach dem Verwendungszweck des Ofens. Üblicherweise sind Materialstärken von zwischen 0,63 mm und 2 mm möglich. Der Hersteller des Kaminofens liefert hier die Angaben, welche Arten von Ofenrohren zulässig sind und verwendet werden dürfen, und welche Materialstärke mindestens erforderlich ist.
Die Länge des „Verbundungsstücks“ (so wird das Ofenrohr fachgerecht genannt) ist Teil der Bemessung der gesamten Abgasanlage. Solche Berechnungen führt üblicherweise der Schornsteinfeger durch.
Gegebenenfalls müssen der Durchmesser des Kaminanschlusses und der Durchmesser des Schornsteineingangs aufeinander abgestimmt werden. Dafür dienen Reduzierstücke, mit denen der Durchmesser von Rohren trotz eines Anschlusses mit anderem Durchmesser verändert werden können. Es versteht sich von selbst, dass auch diese Reduzierstücke geprüft und genormt sein müssen (hier gilt allerdings die DIN 18160), und dass eine Veränderung des Ofenrohr Durchmessers natürlich einen Einfluss auf die in der Bemessung ermittelten Werte hat.
Die Vorgaben können je nach Abgastemperatur allerdings unterschiedlich sein, auch sehen einzelne FeuVO der Länder teilweise noch zusätzliche oder erweiterte Vorgaben vor. Halten Sie sich bei der Planung also am besten an den Schornsteinfeger (wie bei der gesamten Planung der Anlage). Damit ist sichergestellt, dass wirklich alle Vorgaben eingehalten werden.