Kondensat

Kondensat

Kondensat ist an einem Schornstein und somit auch beim Kaminofen ein wichtiger Aspekt, der in mehrfacher Hinsicht zu berücksichtigen ist.

Wasser ist in Brennstoffen ebenfalls enthalten

Bei der Verbrennung von Feststoffen entsteht immer auch Wasserdampf, da die Brennstoffe in einem bestimmten Umfang auch Wasser enthalten. Sogar Benzin enthält beispielsweise Wasser. In Holz kann der Wasseranteil je nach Restfeuchte sogar ausgesprochen hoch sein.

Wasser verdampft bei der Verbrennung und steigt in den Schornstein

Der Wasserdampf entweicht zusammen mit den entstehenden Rauchgasen bzw. Abgasen in den Schornstein. Zu diesem Zeitpunkt sind die Abgase noch heiß. Je wärmer Luft dabei ist, desto mehr Feuchtigkeit kann sie aufnehmen. Kühlt Luft dagegen ab, muss sie auch Feuchtigkeit abgeben. Daher sind nicht wärmegedämmte Außenwände an der Innenseite oder nicht bis schlecht isolierte Fenster beim Heizen bei kalten Wintertemperaturen entsprechend angeschlagen.

Beim Abkühlen kondensiert der enthaltene Wasserdampf und muss abgeleitet werden

Auch beim Abzug der Abgase durch den Schornstein erfolgt eine Abkühlung. Wir dann der relative Taupunkt erreicht, müssen die Emissionen Wasser bzw. Kondensat abgeben. Damit sich dieses Wasser nicht im Schornstein sammelt und die Bausubstanz schädigt, ist in den Abgasanlagen ein Kondensatablauf integriert. Nun muss aber noch ein weiteres Problem berücksichtigt werden.

Außerdem können aggressive Inhaltsstoffe mit dem Kondensat abgelagert werden

Bei der Verbrennung entstehen auch aggressive Säuren wie Schwefelsäure; die Gefahr des Versottens besteht. Diese aggressiven und giftigen Bestandteile werden ebenfalls mit den Abgasen abtransportiert. Ist der Kamin entsprechend gedämmt, kühlen die Abgase weniger ab und können nahezu vollständig ins Freie entlassen werden. Dazu muss auch der Zug des Schornsteins exakt auf die Leistung der Heizquellen abgestimmt sein.

Bei Heizanlagen, die im Niedrigtemperaturbereich arbeiten, entsteht dieses Problem nicht, da die Abgase noch vor dem Erreichen des Schornsteins entsprechend gekühlt werden (Nutzung der Wärme). Dafür verschlechtert sich der Zug aufgrund geringer Temperaturunterschiede (thermischer Auftrieb). Das betrifft einen Kaminofen zunächst nicht. Wohl aber Anlagen, die zum Beispiel einen Heizwasseranschluss besitzen und deren Abgase in einem Wärmetauscher ebenfalls gekühlt werden.

Der Schornstein muss auf die Heizquelle abgestimmt sein

Daraus resultiert, dass für keine Heizquelle eine pauschale Antwort gegeben werden kann, wie der Kamin im Verhältnis dazu beschaffen sein muss. Dämmung, Höhe und Durchmesser des Schornsteins werden mithilfe des Ofenbauers oder dem Bezirksschornsteinfeger abgeklärt. Eventuell muss der Schornstein ergänzend mit einer entsprechenden Edelstahllegierung geschützt werden, die den aggressiven Inhaltsstoffen standhält, damit die Bausubstanz nicht weiter geschädigt wird. Andernfalls kann es zur Versottung des Schornsteins kommen. Das Kondensat ist ist also ein ausgesprochen wichtiger Aspekt, der immer zu beachten ist - unabhängig von der Heizquelle.