Versottet - was bedeutet das?

27.03.2018 20:17

Edelstahlschornstein reinigen

Immer wieder liest oder hört man von "versotteten Schornsteinen" - aber was bedeutet das genau? Wie Versottung entsteht, woher sie kommt und wie man sich am besten dagegen schützen kann, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag.

Woran man einen versotteten Schornstein erkennt

Versottete Schornsteine fallen meist sofort durch den übel-schwefeligen oder "chemischen" Geruch auf, der von ihnen ausgeht, den man oft schon von Weitem riechen kann.

Am Schornstein selbst sieht man deutlich gelbliche oder bräunlich-schwarze Flecken, die ebenfalls auf eine massive Versottung hindeuten. Oft ist ein versotteter Schornstein auch durch die jahrelange Belastung bereits in seiner Bausubstanz deutlich angegriffen und man erkennt an seiner Außenseite bröckeliges oder krümeliges Mauerwerk.

Um es gleich vorweg zu sagen: Versottung ist ein gravierender Mangel, der - umso mehr wenn er deutlich erkennbar ist - umgehend durch eine Schornsteinsanierung beseitigt werden muss. Wer mit der Kaminsanierung zu lange wartet, oder die Notwendigkeit einer Kaminsanierung ignoriert, riskiert hier, dass ein kompletter (sehr teurer) Neubau des Schornsteins fällig wird.

Wie kommt es zu einer Versottung?

Jeder Brennstoff enthält zu einem Teil Wasser - egal um welchen Brennstoff es sich handelt. Auch in Heizöl und in Erdgas ist Wasser enthalten, in Holz und Kohle auch in größeren Mengen. Um sich ein richtiges Bild von den Mengen zu machen: Das Verbrennen von 1 m³ Erdgas setzt rund 1,5 Liter Wasser frei.

Bei der Verbrennung wird das enthaltene Wasser erhitzt und zu Wasserdampf verwandelt, der sich in den Abgasen des Schornsteins wiederfindet. Wenn der Wasserdampf beim Weg durch den Schornstein zu schnell abkühlt, verflüssigt sich das Wasser wieder (dafür reicht oft eine Abkühlung unter 60 °C). Das wegen der stattfindenden Kondensation nun wieder flüssige Wasser verbindet sich mit dem enthaltenen Schwefel und anderen Produkten aus dem Abgas zu schwefeligen Säuren und anderen flüssigen Produkten, die dann auch den "chemischen" und schwefeligen Geruch verursachen.

Sie werden vom Mauerwerk aufgesogen, wenn das Mauerwerk mit Feuchtigkeit gesättigt ist, werden die Flüssigkeiten an der Wand des Schornsteins - innen und außen - abgelagert. Dann entstehen die für eine Versottung so typischen Flecken. Eine Kaminsaminerung wird dann unumgänglich.

Welche Schornsteine sind von Versottung betroffen?

Grundsätzlich wird die Kaminsanierung nur bei alten, gemauerten Schornsteinen notwendig. Moderne gemauerte Schornsteine sind meist mehrschichtig ausgeführt und auch gedämmt, damit die Abgase auf ihren Weg durch den Schornstein nicht so weit abkühlen.

Ein alter gemauerter Schornstein ist dagegen meist nur einwandig ausgeführt und kann aus diesem Grund mit dem anfallenden Kondensat nicht mehr fertig werden. Die säurehaltigen Kondensatprodukte beginnen mit der Zeit dann auch das Mauerwerk und vor allem den Mörtel zu zersetzen, der Schornstein wird bröckelig und ist in seiner Struktur bedroht. Um die Tragfähigkeit zu erhalten ist eine rasche Schornsteinsanierung in jedem Fall unumgänglich.

Edelstahlschornsteine sind übrigens völlig "immun" gegen Kondensat - es kann sich nicht anlagern und auch keinen Schaden anrichten. Aus diesem Grund werden für die Kaminsanierung auch Edelstahlrohre eingesetzt.

Schornsteinsanierung kann man ganz einfach selber machen

Wenn der alte gemauerte Schornstein baulich noch intakt und ausreichend tragfähig ist, kann man eine Schornsteinsanierung problemlos selbst durchführen. Bei der Sanierung werden einfach Edelstahlrohre in das Innere des alten gemauerten Schornsteins eingesetzt. Dafür gibt es fertige Bausätze, die man auch als Laie problemlos einsetzen kann. Da das Sanierungsrohr einwandig ist und als fertiger Bausatz geliefert wird, macht die Schornsteinsanierung überhaupt keine Probleme.

Durch das Edelstahlrohr im Inneren wird der Durchmesser des gemauerten Schornsteins verringert und damit der Zug erhöht, was ein Abkühlen der Abgase beim Weg durch den Schornstein verhindert. Dennoch anfallendes Kondensat kann dem Edelstahl-Sanierungsrohr nichts anhaben, die Versottung wird gestoppt. Wenn die Schäden am gemauerten Schornstein noch nicht zu gravierend waren und er baulich noch intakt ist, kann sich das Mauerwerk wieder erholen und langsam austrocknen, weitere Sanierungsmaßnahmen sind dann nicht mehr notwendig.

Versottungen treten häufig dann auf, wenn moderne Brennwertkessel mit sehr niedrigen Abgastemperaturen eingebaut werden, für die alte gemauerte Schornsteine viel zu groß dimensioniert sind. Versottung ist dann eine fast zwangsläufige Folge, wenn die Abgastemperatur im Schornstein zu niedrig ist - und die Schornsteinsanierung steht irgendwann einmal an.

Um sich eine Versottung und eine Schornsteinsanierung zu ersparen kann man hier gleich vorbeugen und mittels Sanierungsrohren gleich den Innendurchmesser des alten gemauerten Schornsteins passend verringern. Dann hat Versottung gar keine Chance.


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