Schornsteinversottung

Schornsteinversottung

Versottung ist ein Problem, das grundsätzlich bei jedem Schornstein auftreten kann. Bei modernen Schornsteinen ist eine Schornsteinversottung aber sehr selten, das Risiko ist durch moderne Schornsteinbautechnik und passende Dimenstionierung deutlich geringer.

Ursachen für Schornsteinversottung

Dass ein Schornstein versottet, kann mehrere Gründe haben. In der Hauptsache geht es aber um den Kondensatanfall. Jeder Brennstoff, der verheizt wird, enthält in geringen Mengen auch Wasser. Dieses Wasser verwandelt sich beim Verbrennen in Wasserdampf, der gemeinsam mit dem Rauch im Schornstein aufsteigt. Die Wassermenge wird oft unterschätzt - jeder Liter Heizöl enthält bereits fast einen Zehntelliter Wasser.

Das Wasser gelangt gemeinsam mit den Abgasen in den Schornstein. In der Regel kann bei einem gut funktionierenden, richtig dimensionierten und gegen Kondensatanfall geschützten Schornstein der Wasserdampf gemeinsam mit dem Rauch vollständig aus dem Schornstein in die Umgebung geleitet werden.

Kühlen Abgase im Inneren des Schornsteins aber zu rasch ab, verwandelt sich der gasförmige Wasserdampf wieder in flüssiges Wasser. Der Temperaturpunkt, bei dem das passiert kann je nach Gegebenheiten im Schornstein unterschiedlich liegen, in der Regel zwischen 30 °C und 60 °C

Gemeinsam mit dem Wasserdampf kondensieren auch teer- und schwefelhältige Abgase teilweise mit aus, es entstehen teerhaltige Kondensate und einige schwefelhältige Säuren.

Bei gemauerten Kaminen ist der Kaminmantel dann nach einer Weile gesättigt und kann kein Wasser mehr aufnehmen. Die meist gelbliche bis schwärzliche Kondensatflüssigkeit tritt dann nach außen und wird auch außerhalb des Kamins sichtbar. Gleichzeitig machen sich auch unangenehme, schwefelige, teerige oder "chemische" Gerüche bemerkbar, die vom Kondensat stammen und nun nach außen abgegben werden.

Was NICHT die Ursache für Schornsteinversottung ist

Über Versottung gibt es viele Mythen und Gerüchte, auch was ihre Entstehung betrifft. In sehr vielen Fällen wird davon ausgegangen, dass Schornsteinversottung vor allem von zwei Dingen verursacht wird:

  • feuchtes Holz, das verheizt wird
  • eindringendes Regenwasser

Beides ist aber völlig klarerweise nicht die Ursache für eine Versottung. Erstens tritt Schornsteinversottung unabhängig vom verwendeten Heizstoff auf (also auch bei Öl oder Gasheizungen) und zweitens sind auch völlig dichte und regengeschützte Schornsteine immer wieder einmal vom Versotten bedroht. Beides kann unter Umständen aber ein begleitende Mitursache sein: wer feuchtes Holz verheizt (was ohnehin aus gutem Grund verboten ist) wird auch eine Versottung produzieren können, und wenn sehr viel Regenwasser eindringt, kann eine Versottung zusätzlich verschlimmert werden. Die Hauptursache ist beides aber in keinem einzigen Fall.

Woran man einen versotteten Schornstein erkennt

Das Versotten eines Schornsteins erkennt man immer an den typisch gelblich-schwärzlichen Ablagerungen außerhalb des gemauerten Schornsteins und am sehr deutlich wahrnehmbaren Geruch.

Risiken bei versotteten Schornsteinen

Ist ein Schornstein versottet können die Kondensatablagerungen vor allem bei gemauerten Schornsteinen einzelne Baustoffe (Zement, alles was Carbonate enthält wie Mörtel und Putz) aufquellen lassen und chemisch verändern. Die Baumaterialien des Schornsteins werden dabei richtiggehend "zersprengt", die ständige Durchfeuchtung sorgt zusätzlich für Frostschäden am Schornstein, bis er völlig zerstört ist. Bei Edelstahlschornsteinen, die in der Regel säurefest ist, besteht kein Risiko der Zerstörung durch die Kondensatprodukte. Deshalb werden Edelstahlrohre auch zur Sanierung einer bereits bestehenden Schornsteinversottung verwendet, um ein weiteres Voranschreiten der Zerstörung zu verhindern

Behebung der Versottung

Neben der Behebung bereits eingetretener baulicher Schäden muss vor allem die Ursache der Versottung behoben werden. Die ist immer in einem verminderten Kaminzug (z.B. durch Hindernisse im Kamin wie Bögen oder Krümmungen), einer falschen Dimensionierung, ungenügendem Kaminzug und/oder einer zu niedrigen Abgastemperatur zu sehen. Meist spielen mehrere Ursachen zusammen.

In der Regel wird man versuchen, den Kaminzug zu regulieren, Hindernisse zu beseitigen und - wenn nötig - die Dimensionierung des Schornsteins durch innenliegende Rohre anzupassen. Bei der Heizanlage muss unbedingt für eine vollständige Verbrennung und möglichst hohe Abgastemperaturen gesorgt werden. Eine Dämmung des Schornsteins kann ebenfalls dafür sorgen, dass die Abgase im Inneren des Schornsteins nicht so schnell abkühlen und die Kondensat-Temperaturgrenze des Wasserstoffs nicht unterschritten wird.