Vermiculite

Vermiculite

Der Feuerraum eines Feststoff-Abbrandofens wie einem Kaminofen oder Pelletofen muss feuerfest und wärmedämmend verkleidet sein. Über Jahrzehnte war Schamotte das nahezu ausschließlich verwendete Material. In den letzten Jahren haben sich aber die Anforderungen bei Feststoff-Abbrandöfen signifikant verändert. Daher wird heute vermehrt Vermiculite eingesetzt. Für Sie als Besitzer bringt Vermiculite vornehmlich Vorzüge mit sich, aber auch einen geringen Nachteil.

Der Ursprung und die Herstellung von Vermiculite

Vermiculit bezeichnet einen Glimmerschiefer, der erst Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckt wurde: Al-Fe-Mg-Silikat. Die Bezeichnung leitet sich vom lateinischen Wort von "Wurm" ab, da sich das aus dem Mineral gewonnene Granulat bei Temperaturen zwischen 200 und 400 Grad Celsius wurmförmig verwindet und aufbläht. Das Material ist ausgesprochen vielseitig einsetzbar und vor allem ein Wärme- und Schalldämmstoff. Da es aber auch den Feuchtigkeitsgehalt der Umgebungsluft reguliert, findet es daraus resultierend verschiedene Anwendungsmöglichkeiten.

Darüber hinaus ist Vermiculit feuerfest. Diese Eigenschaften prädestinieren den Rohstoff als Dämmmaterial für den Feuerraum von Feststoffabbrandöfen wie Kohle-, Holz- oder Pelletöfen. Dazu wird das Material gepresst. Als Auskleidung für den Brennraum des Ofens wird es dann als Vermiculite bezeichnet. Entscheidend bei der Herstellung von Vermiculite-Platten ist der ausgeübte Druck. Beim Pressen wird Luft eingeschlossen. Das Volumen und die Größe dieser Luftporen variieren in Abhängigkeit vom Pressdruck. Darüber hinaus werden die Vermiculite-Platten in unterschiedlichen Stärken gepresst.

Die Wärmedämmwirkung von Vermiculite-Platten

Luft ist ein ausgesprochen schlechter Wärmeleiter. Grundsätzlich besitzt Vermiculite also hervorragende Wärmedämmeigenschaften. Diese hängen letztlich aber von der Materialstärke sowie der Pressung ab. Je mehr Luftporen vorhanden sind, desto besser die Wärmedämmeigenschaften. Dazu kommt eine deutlich höhere Feuerfestigkeit als beispielsweise bei Schamotte. Diese beiden Eigenschaften führen aufgrund der veränderten Anforderungen zu einer steigenden Verwendung als Brennraumauskleidung gegenüber Schamotte.

Höhere Verbrennungstemperaturen möglich mit Vermiculite

Es sind vor allem die gesetzlich vorgegebenen Abgaswerte, die so besser erreicht werden können. Damit eine Verbrennung möglichst sauber sein kann, muss die Verbrennungstemperatur entsprechend steigen. Jedoch unterliegt Schamotte wie alle anderen Stoffe einer beschleunigten Alterung bei zunehmender Wärme.

800 Grad Celsius ist bei Schamotte ein wichtiger Schwellenwert, da der Verschleiß über dieser Temperatur signifikant ansteigt. Vermiculite löst dieses Problem. Damit wirklich verhältnismäßig hohe Temperaturen im Feuerraum gehalten werden können, muss die Vermiculite-Auskleidung die Wärme auch zurück ins Innere des Brennraums reflektieren. Wird die Oberfläche vergrößert, wird auch die Reflexion effizienter. Deshalb sind Vermiculite-Platten rillenförmig profiliert.

Der einzige echte Nachteil ist aufgrund der Vorteile akzeptabel

Das führt uns jedoch unmittelbar zum Nachteil von Vermiculite-Brennraumauskleidungen. Durch das Einwerfen von Scheitholz, aber auch bei Kohle (zumeist besteht auch eine Freigabe für Braunkohle und Braunkohlebriketts) und Pellets kommt es an der Oberfläche der Vermiculite-Platten zu einem mechanischen Abrieb. Vermiculite wird so wie Sand abgetragen. Einerseits wird das Material dünner, andererseits verliert es die Profilierung und damit die maximale Reflexion der Wärme. Daher sollten Vermiculite-Platten pauschal alle drei Jahre erneuert werden.

Wartung und Austausch der Vermiculite-Platten ist einfacher

Dafür offenbart sich hier ein weiterer Vorteil. Während Schamottsteine sofort zu ersetzen sind, wenn sie gerissen oder geplatzt sind, können die Vermiculite-Platten bei denselben Schadensbildern noch im Ofen verbleiben. Erst, wenn Teile herausgebrochen sind, sodass Sie hinter die Platten sehen, müssen sie ersetzt werden. Auch werden die Vermiculite-Platten nicht wie Schamotte eingemauert, sondern lediglich eingelegt. Dazu bieten die Ofenhersteller passgenaue Vermiculite-Platten.

Der Bezug von Vermiculite-Platten

Aus den genannten Gründen sollten Vermiculite-Platten daher ausschließlich im Fachhandel oder direkt beim Ofenhersteller bezogen werden. Nur so ist gewährleistet, dass der Wärmedämmwert (Pressung der Platten) und die Stärke der Platten mit den Vorgaben des Ofenherstellers korrelieren. Übrigens wird die Verkleidung mit Vermiculite zur Abgrenzung zu Schamotte als Vermiculite-Platten bzw. Schamottsteine bezeichnet. Haben Sie sich noch nicht für einen Holzofen wie zum Beispiel einen Kaminofen entschieden, sollte die Wahl vorzugsweise auf ein Produkt mit Vermiculite-Auskleidung fallen. Damit stellen Sie sicher, dass die Abgaswerte langfristig eingehalten werden können.