Schamotte

Schamotte

Als Verkleidung für den Feuerraum von Feststoff-Abbrandöfen wie Kachelofen, Kaminofen oder Pelletofen wird entweder Vermiculite oder Schamotte verwendet. Das klassische Material zum Auskleiden eines Brennraums ist Schamott.

Die Aufgaben von Schamott bei Feststoff-Abbrandöfen

Vor allem bei Kohle- und Holzöfen findet sich als Auskleidung des Feuerraums häufig Schamott. Die eigentlich korrekte Bezeichnung ist "Schamotte", von Süddeutschland und Österreich hat sich jedoch auch "Schamott" landesweit bestens etabliert. Beide Schreibweisen sind also korrekt. Die Anforderungen an Schamottsteine ist deutlich vielfältiger, als den meisten Besitzern eines Holz- oder Kohleofens bzw. einer Kohle- oder Holzheizung (Pelletheizung) bewusst ist.

Einerseits soll die Schamottverkleidung den Brennraum abschirmen. So werden umliegende Bauteile des Ofens und auch die weitere Umgebung gegen unkontrollierten Wärmeaustritt bzw. zu hohe Temperaturen geschützt. Wie vielleicht bekannt ist, verringert sich die Lebensdauer nahezu aller Stoffe unter Einfluss von großer Wärme. Die Brennraumauskleidung dient also auch dazu, andere Bauteile eines Ofens gegen eine zu kurze Lebensdauer zu schützen. Darüber hinaus muss der Schamott dafür sorgen, dass die Abbrandwärme hoch genug für eine optimale Verbrennung bleibt.

Beim Abbrand treten Heizgase auf. Sind die Temperaturen zu niedrig, können diese Gase nicht optimal verbrennen. Das Resultat sind schlechte Abgaswerte. Außerdem natürlich ein ineffizienter Abbrand mit zu viel Brennstoffbedarf. Eine nicht genügend saubere Verbrennung hat nicht nur Einfluss auf die vom Gesetzgeber geforderten Abgaswerte. Auch gelangen mehr Brandrückstände in das Abgassystem, also auch in den Schornstein. Hier kann eine nicht optimale Verbrennung zur Versottung des Kamins führen. Im Prinzip muss der Brennraum also hermetisch dicht sein, damit keine Wärme entweicht. Außerdem reflektieren die Schamottsteine die Wärme, sodass die Heizgase optimal zünden können.

Gerissene oder geplatzte Schamottsteine

Aus diesen Gründen müssen geplatzte oder gerissene Schamottsteine unverzüglich erneuert werden. Neue Schamottsteine werden dann mit einem feuerfesten Zement eingemauert. Die meisten Ofenanbieter bieten Schamottsteine einzeln oder als Komplettset zum Verkauf an. Reißen oder platzen Schamottsteine häufig, kann dies verschiedene Ursachen haben:

  • eine zu heiße Verbrennung
  • minderwertiger Schamott

Häufig zu heiße Abbrandtemperaturen bei gerissenem oder geplatztem Schamott

Ein identischer Schaden am Schamott kann also unterschiedliche Ursachen haben. Bei der zu heißen Verbrennung geht es um die Einhaltung vom Boudouard-Gleichgewicht. Insbesondere ab Temperaturen von 800 Grad Celsius lagert Schamott elementaren Kohlenstoff in den Poren ab. Diese schwächen das Gefüge des Schamottsteins. Dann reißen die Steine. Ein zu heißer Abbrand (beispielsweise mit zu viel Sauerstoffanteil, weil der betreffende Ofen Falschluft zieht) kann ursächlich sein. Natürlich beeinträchtigt auch ein optimaler Abbrand die Lebensdauer etwas, weshalb die Schamottauskleidung zur selbstverständlichen Wartung eines Abbrandofens gehört.

Die Qualität der verwendeten Schamottsteine

Die zweite Möglichkeit ist in der Herstellung von Schamott zu suchen. Wird der Quarzanteil zu hoch, handelt es sich um sauren Schamott. Außerdem wird die Qualität durch die Quantität von Kaolin beeinflusst. Daher sollte Schamotte ausschließlich über den Fachhandel, beim Markenhersteller oder Ofenhersteller erworben werden.

Abgrenzung von Schamotte zu Vermiculite

In Abgrenzung zu Vermiculite handelt es sich um Schamottsteine und Vermiculite-Platten. Die Schamottauskleidung sollte mindestens jährlich überprüft werden. Vorzugsweise unmittelbar nach der letzten Heizsaison. So haben Sie dann genügend Zeit, die Schamottsteine vor der neuen Heizperiode zu erneuern.