Der Schornstein - elementares Bauteil, das die Zeiten überdauert

08.10.2016 21:14

Edelstahlschornstein

Feuer ist seit Jahrtausenden nicht mehr aus dem Leben der Menschen wegzudenken. Mit ihm werden Maschinen betrieben, Speisen zubereitet und Häuser gewärmt. Doch wird eine Feuerstelle im Haus auch schnell zum Problem, denn gesundheitsschädliche Rauchgase sind bei der Verbrennung praktisch nicht zu verhindern. Die Lösung ist ein Schornstein, welcher die Abgase zielgerecht aus dem Haus führt. Obwohl er für uns unerlässlich ist, gab es Zeiten, in denen die Menschen in stickigen Häusern lebten, die nicht selten eher einer Räucherkammer ähnelten. Heute entscheiden sich immer mehr Menschen für einen Edelstahlkamin bzw. Edelstahlschornstein.

Von den Römern bis ins Mittelalter

Der Schornstein wurde wahrscheinlich erstmals von den Römern entwickelt. Die offenen Feuer- und vor allem Kochstellen ummantelten sie mit massivem Stein. "Caminus", so der Name dieser Innovation, die noch heute Namensvetter unseres Kamins ist. Doch obwohl der Schornstein im alten Rom wohl bereits zum Standard gehörte, geriet dieses Wissen nach dem Niedergang des römischen Reiches wieder in Vergessenheit. Die eingeschossigen Häuser des Mittelalters wurden erneut ohne Rauchfang und -abzug geplant. Schlecht gedämmte, zugige Behausungen erlaubten den Rauchgasen einfach, durch Fenster und Ritzen zu entweichen. Doch spätestens im 15. Jahrhundert trat der Schornstein erneut seinen Siegeszug an.

Der Schornstein - viele Begriffe, ein Nutzen

Jede offene Feuerstelle in Gebäuden wird seit dem Mittelalter von einem Rauchfang überragt. Dabei spielt es prinzipiell keine Rolle, ob es sich um die Esse des Schmiedes oder den offenen Kamin im Eigenheim handelt. Der Rauchfang führt die Abgase in den Schornstein, sodass sie keine Gesundheitsgefahr für die Bewohner darstellen. Neuere Verbrennungsmethoden benötigen den Rauchfang nicht mehr, da die Rauchgase direkt in den Schornstein geleitet werden. Dennoch ist die Entwicklungsgeschichte der Abgasanlagen noch heute in den regionaltypischen Namen zu erkennen. Denn Synonyme für Schornstein sind Schlot, Rauchfang, Esse und Kamin.

Der Edelstahlschornstein - vom Fabrik- aufs Hausdach

Auf der Suche nach dem Edelstahlschornstein wurde man noch vor wenigen Jahrzehnten nur in Industriegebieten fündig. Auf fast jedem Fabrikdach ragte der glänzende Edelstahlschornstein als riesiger Schlot weit über die Landschaft hinaus und gehörte bald zum typischen Erscheinungsbild. Eigenheimbesitzer nahmen daher lange Abstand von der technischen Neuerung, erinnerte er sie doch an ihre Arbeitsplätze und die schmucklosen Industrieanlagen. In einem ersten Schritt wurde der Edelstahlkamin versteckt im gemauerten Schornstein akzeptiert. Hier fiel er optisch kaum auf, überzeugte jedoch durch seine Materialeigenschaften und das gute Zugverhalten.

Die Zeiten haben sich gewandelt und so ist der glänzende Edelstahlschornstein heute salonfähig geworden. Doch wird der Edelstahlkamin keinesfalls mehr versteckt. Er ragt an immer mehr Häusern an der Außenwand empor. Mittlerweile hat er seine negativen Konnotationen verloren und gilt als modernes und hochwertiges Aushängeschild des Eigenheims.

Für besondere Ansprüche - der Edelstahlkamin

Nicht nur die edle Optik, sondern auch die technischen Besonderheiten machen den Edelstahlschornstein zunehmend interessant. Selten gab es eine so hohe Variabilität an Brennstoffen und Möglichkeiten der Wärmeerzeugung. Doch verursachen diese Neuerungen auch Probleme, denn nicht jeder Schornstein ist für jeden Brennstoff geeignet. Der Edelstahlkamin ist hingegen praktisch der Alleskönner, der auch mit widrigen Umständen zurecht kommt.

Feuer stellt auch immer eine Gefahr für Besitz, Leib und Leben dar. Daher galt es bei der Konstruktion von Abgasanlagen seit jeher, auf den Brandschutz zu achten. Schon 1772 erließ Pfalzgraf Karl IV. die erste, gesetzliche Brandschutzverordnung. Obgleich er damals nur sämtliche hölzernen Bauteile aus dem Schornstein entfernte, entwickelten sich die Sicherheitsmaßnahmen im Zuge der Zeit weiter, sodass die Brandschutzverordnung heute größtmögliche Sicherheit bietet. Jährliche Kontrollen der Abgasanlagen durch den Schornsteinfeger sind genauso verpflichtend wie die Erstabnahme. Ob gemauerter Schornstein, ein- oder doppelwandiger Edelstahlkamin - sie alle müssen den hohen Anforderungen genügen.


Kommentar eingeben