Speicherofen

Speicherofen

Der Begriff "Speicherofen" bezieht sich darauf, dass ein Kaminofen die Fähigkeit hat, die erzeugte Wärme auch für einen bestimmten Zeitraum teilweise zu speichern und langsam abzugeben. Das kann in der Praxis dann aber von Ofenmodell zu Ofenmodell technisch ganz unterschiedlich aussehen.

Kachelofen als "echter" Speicherofen

Öfen, die ihre Wärmeleistung auch lange nach der eigentlichen Heizphase abgeben, kann man als "echte" Speicheröfen ansehen. Ein Kachelofen hat in manchen Fällen eine Nachheizzeit von 8 oder sogar von mehr als 24 Stunden. Das heißt, auch noch 8 Stunden nachdem das Feuer ausgegangen ist, strahlen die Ofenkacheln Wärme ab.

Grundöfen fallen ebenfalls zum Teil in diese Kategorie, allerdings ist die Nachheizzeit bei vielen Grundofen-Modellen meist deutlich kürzer als beim klassischen Kachelofen.

Technisch bewegen sich die Abgase bei echten Speicheröfen durch ein individuell konstruiertes Tunnelsystem, das mit Speichersteinen (z. B. Schamotte-Steinen) ausgekleidet ist, bevor sie in den Schornstein gelangen. Die Speichersteine nehmen die Wärme des Abgases auf und geben sie nur langsam wieder ab. Zusätzlich erwärmen sich auch die anderen Ofenbauteile wie etwa die Ofenkacheln und strahlen noch zusätzlich Wärme ab.

Kaminöfen als Speicheröfen

Beim Kaminofen, der als "Speicherofen" deklariert wird, kommt eine deutlich geringere Menge an Speichersteinen zum Einsatz. Sehr häufig sind lediglich in geringem Maß wärmespeichernde Speckstein-Verkleidungen des blechernen Ofenkorpus.

Anders als beim Kachelofen kommt diese nur wenig leistungsfähige Speichermasse, die zudem nur in sehr geringer Menge vorhanden ist, nicht mit den heißen Abgasen des Ofens in Berührung. Sie wird nur von der aus dem Ofenkorpus austretenden Hitze mit erwärmt.

Daraus resultiert in den meisten Fällen nur eine geringe, nicht nennenswerte Nachheizzeit solcher Öfen. Die Wärme aus dem Abgas verpufft daher in großem Ausmaß durch den Schornstein und wird nicht - wie beim klassischen Kachelofen - fast vollständig genutzt. Auch Speicheröfen unter den Kaminöfen müssen durchgehend geheizt werden, wenn man es im Raum warm haben will.

Anders als Kaminöfen geben sie auch nur einen sehr geringen Anteil von Strahlungswärme ab, hauptsächlich erwärmt wird die Luft im Raum.