Abgasmassenstrom

Abgasmassenstrom

Der Abgasmassenstrom beim Abbrandofen für Feststoffe gibt maßgeblich vereinfacht an, wie viel Abgasmasse innerhalb eines bestimmten Zeitraums im Ofen entsteht und durch den Kamin abgeleitet werden muss. Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben ist der Abgasmassenstrom daher für den zuständigen Bezirksschornsteinfeger eine wichtige Größe für die Freigabe der Abgasanlage bzw. von einem Schornstein für den Anschluss eines bestimmten Ofens. Allerdings ist dieser Zahlenwert, so wie er von den Ofenherstellern in den herkömmlichen Kundendaten durchaus problematisch zu betrachten.

Wie sich der Abgasmassenstrom zusammensetzt

Wenn beispielsweise in einem Kaminofen Holz verbrannt wird, ergibt sich dadurch ein Gemisch, bestehend aus Abgasen, Kondensat (Wasserdampf), Ruß und Asche, außerdem auch noch der restliche Sauerstoff, der bei der Verbrennung nicht benötigt wurde. Dieses Gemisch wird nun als Rauchgas bezeichnet. Der Abgasmassenstrom bezieht sich dabei nicht nur auf das Durchgangsvolumen, sondern auch auf die Dichte, also die Masse. Das lässt sich vom Arbeitsprinzip ähnlich betrachten wie der Luftmassenmesser gegenüber dem zuvor üblichen Luftmengenmesser in einem Kraftfahrzeug.

Formel zum Berechnen des Abgasmassenstroms

Natürlich gibt es zur Berechnung des Abgasmassenstroms eine Formel zum Berechnen. Dabei werden die nachfolgenden Daten bzw. Werte benötigt:

m = Massenstrom

p = Dichte vom Medium

V = Volumenstrom

A = Querschnittsfläche

C = mittlere Strömungsgeschwindigkeit

Die Formel dazu lautet:

m = p x A x C = p x V

Schon die Daten zeigen, dass eigentlich nichts wirklich klar ist

Jetzt offenbart sich bereits die Problematik der Angabe auf dem Datenblatt, welches dem Käufer zur Verfügung steht bzw. die Angabe des Abgasmassenstroms, der bei den Verkaufsdetails als "Kaufentscheidungskriterium" mit angegeben ist. Dabei ist nicht einmal der Umstand relevant, dass der Käufer mit den benötigten Werten wahrscheinlich gar nichts anfangen kann. Nehmen wir zum Beispiel die Daten "Volumenstrom".

Es fehlen schlichtweg Referenzwerte

Was hier fehlt, sind Referenzwerte. Anders ausgedrückt: auf was bezieht sich die Größe, falls sie ohne weitere Erklärung, also nur als Zahl tatsächlich angegeben sein sollte? Ähnlich die "Dichte des Mediums". Fichtenholz hat einen anderen Ascheausfall als Buche oder Eiche. Zudem: wie war die Luft eingestellt. Darüber hinaus fehlt so auch noch die Temperatur. Denn abhängig von der Temperatur verändert sich das Abbrandverhalten signifikant.

So ist es durchaus normal, dass zwei unterschiedliche Kaminöfen von verschiedenen Herstellern, aber ansonsten in der Leistung völlig identisch und vielleicht in der technischen Ausstattung nahezu identisch völlig unterschiedlich hohe Werte zum Abgasmassenstrom bieten.

Mit den Triple-Werten zum Bezirksschornsteinfeger

Der Schornsteinfeger nutzt daher noch mehr Werte, die sogenannten "Triple-Werte": Abgasmassenstrom, Abgastemperatur in Grad Celsius und der benötigte Förderdruck in Millibar oder Pascal. Unsere Empfehlung lautet daher, vom Ofenhersteller immer die Triple-Werte zu erfragen und dann den Bezirksschornsteinfeger hinzuzuziehen. Dann kann Ihnen dieser mit großer Zuverlässigkeit Auskunft darüber geben, welche Kaminöfen Sie ohne Probleme an Ihrem Kamin verwenden könnten.