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Heizen mit Holz liegt in den letzten Jahren immer mehr im Trend. Offene Kamine finden sich zwar seltener, der Kaminofen findet aber ein echtes Revival in den letzten Jahrzehnten. Zum Kaminofen gehört - egal ob man mit ihm dauernd heizt oder ihn nur gelegentlich anmacht - immer ein sogenanntes Kaminbesteck, auch Ofenbesteck genannt. Ohne Verwendung einer Kamingarnitur am Ofen zu hantieren ist nicht nur unsachgemäß, sondern kann auch zu Verletzungen führen. In unserem Beitrag erfahren Sie mehr über Kaminbesteck, über Ausführungsvarianten und Genaueres über die einzelnen Teile des Bestecks und ihre richtige Verwendung.
Kaminbesteck kann oft recht dekorativ aussehen - tatsächlich ist es aber kein Dekorationsgegenstand, sondern funktionelles Werkzeug für das Hantieren mit dem Kamin. Das Kaminbesteck kommt immer dort zum Einsatz, wo man im Brennraum des Ofens arbeitet. Dafür ist eine Kamingarnitur gemacht und auch gedacht.
Standardmäßig gehören zum Kaminbesteck vier Teile, die eine Kamingarnitur bilden:
Der Schürhaken dient zum Schüren der Glut. Der Begriff "Haken" ist dabei oft irreführend, Schürhaken können je nach Kamingarnitur durchaus sehr unterschiedlich aussehen. Es handelt sich um einen etwas längeren Stab, der oben über mindestens einen (manchmal auch mehrere) Zinken verfügt. Ein Zinken ist dabei immer rechtwinkelig vom Schürhaken-Schaft (Feuerhaken) abgebogen. Verwendet wird der Schürhaken in der Kamingarnitur vor allem zum "Zusammenschüren" der Glut, wodurch die Wärme im Brennraum wieder größer wird.
Beim Kochofen schürte man die Glut unter der Stelle zusammen, wo der Topf stand, um größere Hitze zu erzeugen, wollte man die Hitze verringern, wurde die Glut durch das Ofenloch mit dem Schürhaken auseinander geschoben und im Brennraum verteilt. Das funktioniert vom Prinzip her auch bei jedem anderen Ofen.
Dazu kann man einen Schürhaken auch verwenden, um
Beim Griff sollten Sie immer darauf achten, dass er aus einem wärmeisolierenden Material besteht, und die Wärmeleitung von der Spitze her verringert. So kann man sich bei der Kamingarnitur weniger leicht verbrennen, und die Handhabung ist angenehmer. Schürhaken, die innen hohl sind und zum "Anblasen" des Feuers oder der Glut verwendet werden, sind heute selten in einer Kamingarnitur.
Wo Holz (oder auch Kohle oder Briketts) verbrennen, entsteht unweigerlich Asche. Die Asche findet sich vor allem im Brennraum, aber auch vor dem Kaminofen (deshalb müssen dort bis mindestens 50 cm von der Ofentür entfernt Funkenschutzplatten liegen). Um heiße oder bereits ausgekühlte Asche aus dem Brennraum und vor dem Ofen zu entfernen, verwendet man natürlich am besten Besen und Schäufelchen von der Kamingarnitur.
Dass der Besen auch hohe Temperaturen verträgt, versteht sich dabei von selbst. Der gewöhnliche Besen wird vor allem zur Entfernung loser Asche entfernt - möchte man den Rost von haftenden Resten befreien, gibt es andere Werkzeuge. Dazu kommen wir dann weiter unten.
Mit der Ofenzange aus der Kamingarnitur bewegt man Scheite und Briketts im Brennraum. Wenn es nur darum geht, ein Scheit in die Glut, oder von der Glut weg zu schieben, kann man durchaus auch den Schürhaken verwenden. Zum exakten Positionieren von Scheiten oder Briketts verwendet man aber besser die Kaminzange.
Menschen, die mit Holzöfen groß geworden sind, machen das fast immer mit der Hand. Man erkennt sie immer an den Brandblasen auf dem Handrücken, die man sich selbst bei viel Übung immer wieder holt. Mit einer Kaminzange kann man so etwas vermeiden - wenn man sie auch tatsächlich konsequent verwendet.
Neben diesen bei jedem Kaminbesteck vorhandenen Werkzeugen gibt es noch einige spezielle. So finden sich oft zusätzliche langstielige Schaufeln, die verwendet werden, um vor allem den Bereich vor dem Ofen zu säubern, oder vom gelagerten Holz herabgefallene Rindenstückchen und Schmutzteilchen zu entsorgen.
Eine Besonderheit, die man heute kaum mehr bei einem Kaminbesteck serienmäßig findet, ist die sogenannte Spaltzange. Sie hat eine robuste Spitze, die vor allem dazu verwendet wird, um Holzbriketts in Scheiben zu teilen, damit man den Ofen leichter anfeuern kann.
Sogenannte Kratzeisen und Drahtbesen dienen der gründlichen Reinigung des Brennraums (auch das ist selten einmal nötig, vor allem bei älteren Ofenmodellen). Heute dienen solche Werkzeuge aber fast ausschließlich nur noch dem Schornsteinfeger, der damit den Schornstein reinigt und von Ablagerungen befreit.
Anblasrohre (oder zu diesem Zweck hohle Schürhaken) sind heute ebenfalls nicht mehr üblich - und für das schnelle Anheizen eines Kaminofens auch nicht mehr notwendig, ebensowenig wie das in die Glut pusten. Moderne Steuerunngen der Luftzufuhr zum Ofen machen das überflüssig.
Kaminbestecke sind grundsätzlich aus Metall - immerhin kommen sie ja ständig mit der Hitze des Brennguts in Berührung. Eisen und Edelstahl sind die üblichen Materialien, Messing und Bronze findet man gelegentlich. Griffe sind meist ebenfalls aus Metall, oft auch aus Holz oder (seltener) aus Porzellan. Das verhindert, dass sich die Hitze von der Spitze an den Griff ausbreitet und man sich die Hand verbrennt.
Beliebt sind auch Gußeisen-Optiken, Kaminbestecke aus echtem Gußeisen findet man aber gar nicht mehr so häufig, und in vielen Fällen sind diese "historischen" Bestecke eher teuer. Für die Funktion der Kamingarnitur spielt das nur wenig Rolle, optisch können solche Bestecke aber durchaus eindrucksvoll sein. Zu einem historisch designten Besteck gehört dann immer auch ein passend ausgeführter Ascheeimer, wie er früher üblich war.
Auch wenn Kaminbestecke häufig nach ihrer Optik ausgewählt werden, sollte man dennoch den funktionalen Aspekten immer ausreichend Beachtung schenken. Verwenden sollte man Kaminbesteck sowieso immer - alles andere wäre unprofessionell und man riskiert Verbrennungen.